Rundbrief 2014 - Evangelische Kirchengemeinden Borsdorf mit Harb und Ober-Widdersheim mit Unter-Widdersheim

Update 06.09.2017
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Oktober 2013

RUNDBRIEF November 2014

„Hilfe für Straßenkinder in Kenia"

Liebe Freunde, vom Aufgang der Sonne, bis zu ihrem Niedergang, sei gelobt der Name des Herrn. Was für ein Geschenk ist es doch, am Leben zu sein und den Segen, den wir von unserem Vater im Himmel täglich neu geschenkt bekommen, zu bezeugen. Große Wunder, veränderte Leben und tägliche Überraschungen, Rettungen, Herausforderungen, aber auch reichlich Segen dürfen wir immer wieder miterleben.
Allzu oft haben die Gefahren, in denen sich unsere Kinder, Nachbarn, die Umgebung und nicht zuletzt meine leibliche Familie befanden, den Schlaf, ja sogar den Seelenfrieden geraubt. In all den Jahren haben wir immer wieder erlebt, wie Kinder, die wir aufgenommen hatten, wegliefen. Manche kamen zurück bzw. wurden von uns zurückgeholt und hatten sich eine chronische Krankheit eingefangen. Andere zeigten sich nach ihrer erneuten Rettung sehr aufmüpfig und gewaltbereit so sehr, dass sie sogar unser Leben bedrohten. Wieder andere sind für immer verschwunden geblieben. Es gab düstere Tage, an denen unsere Träume zu platzen schienen. Manchmal mussten wir großen Druck und Skepsis aus allen Richtungen Stand halten. Allerdings haben wir nie die Hoffnung aufgegeben, denn wir wissen, dass das Licht sich immer einen Weg durch die Dunkelheit bahnt, in der wir uns zu befinden scheinen. Mir kommt es vor wie gestern, als der HERR mich gerufen hat, ihm zu dienen und den Waisen und anderen hilfsbedürftigen Kindern sowie verarmten Menschen in Afrika zu helfen.

Dieses Jahr wollen wir am 14. November 2014 mit der gesamten Mully Childrens Family unser 25-jähriges Bestehen feiern. Wir danken Gott für seine Treue und seine unfassbare Güte in all den Jahren. In diesen fünfundzwanzig Jahren wart ihr stets an unserer Seite, habt für uns gebetet, uns finanziell und moralisch unterstützt und habt immer zu uns gehalten. Wir können euch nur von ganzem Herzen dafür danken.

Vor gar nicht allzu langer Zeit habe ich mich auf die Straßen von Eldoret begeben, wo ich mich mit den ausgestoßenen, ungewollten, „schmutzigen Straßenkindern umgab, die voller Läuse waren, offene Wunden hatten und sich an alten Autoreifen, die sie anzündeten, wärmten. Sie hielten sich in der Nähe von Marktplätzen oder an Flüssen auf. Ich kann mich noch ganz genau daran erinnern, wie es war, als mir diese Kinder, die von der Gesellschaft als wertlos angesehen werden, aus ihrem schrecklichen Leben berichteten. Oft geschah das unzusammenhängend und stockend, da sie durch den Klebstoff, den sie schnüffelten, oder andere Drogen, die sie zu sich genommen hatten, benebelt waren. Zu jener Zeit gab es noch kein Verständnis, kein Mitgefühl für die Straßenkinder, die überall in Kenia, ja ganz Afrika, ihr Dasein fristen.

Tatsächlich haben meine Familie und ich zu jener Zeit viele Freunde verloren. Viele rieten uns von unserem Vorhaben ab und legten meiner Frau sogar nahe, mich zu verlassen, da ich „verrückt geworden sei. Für diese Kinder haben wir alles aufgegeben und uns auf eine Reise ins Ungewisse begeben. Aus vollem Herzen haben wir uns für die Bedürftigsten unserer Gesellschaft eingesetzt.

Was einst mit drei Kindern begann, ist auf ein Projekt mit über 2500 Kindern angewachsen, die meine Frau „Mummy und mich „Daddy nennen. Insgesamt haben wir über die Jahre mehr als 10.000 Kinder bei uns aufgenommen und ihnen ein besseres Leben ermöglicht. Darüber können wir nur staunen. 

Es ist so viel passiert, so viele Richtungen wurden von unseren Tausenden von Kindern eingeschlagen, dass der Einfluss auf die Gesellschaft inzwischen ganz deutlich geworden ist. Mehrere Hundert haben bereits einen Abschluss an einer Universität gemacht und haben einflussreiche Jobs in allen möglichen Arbeitsbereichen bekommen. Die Nachbarn der MCF-Heime haben auch von uns profitieren können. Insgesamt konnten wir über 50.000 Familien dabei helfen, ihr Leben zu verbessern. Denn wir bieten ihnen den Zugang zu sauberem Trinkwasser, kostenlose Arztbesuche, verbesserte sanitäre Einrichtungen, Nothilfe, Arbeitsplätze. Außerdem fördern wir die Jugendlichen und Frauen und leisten einen Beitrag zur Verbesserung der klimatischen Gegebenheiten. 

Damit können und wollen wir gar nicht prahlen. Wir stehen einfach nur auf dem Gipfel und loben und danken unserem HERRN, dem alle Ehre gebührt!
Bei einem Spaziergang durch das Gelände der MCF kann man eine festliche Stimmung spüren, denn wir bereiten uns alle voller Vorfreude auf das große Jubiläum diese Woche vor.
Es wird zahlreiche Aktionen geben, die über das ganze Land verteilt stattfinden. Tatsächlich haben die Feierlichkeiten eigentlich schon begonnen, denn 42 Grund- und Sekundarschulen im Bezirk Yatta haben über mehrere Wochen an einem Programm zur Verbesserung von Führungs- und Betreuungsqualitäten teilgenommen, die im Oktober in feierlichem Rahmen zu Ende gingen. Hierbei waren Abgeordnete des UNEP (Umweltprogramm der Vereinten Nationen) aus dem Hauptquartier in Nairobi, sowie viele Studenten und Nichtregierungsorganisationen (NGOs) aus ganz Ostafrika anwesend. Bei diesem Projekt ging es um unsere Kampagne, bei der wir über das Jahr verteilt über 1 Million Baumsetzlinge pflanzen wollen. Bereits in den vergangenen Jahren haben wir Millionen von neuen Bäumen in ganz Kenia gepflanzt.
Wir möchten euch bitten, uns bei dieser Aktion durch Gebete und Spenden zu unterstützen. Mit etwa 70 € können wir 25 Löcher graben und 25 Setzlinge pflanzen und bewässern. In den vergangenen Jahren lag unser Hauptaugenmerk auf der Aufnahme von Kindern, Jugendlichen und der Unterstützung unserer Nachbarn aus ihren scheinbar ausweglosen und verzweifelten Situationen. 

Zum Jahreswechsel 2007/2008 gab es in Kenia nach den Präsidentenwahlen Ausschreitungen, in Folge derer die MCF eingriff, um den Verzweifelten Hoffnung zu schenken in einer Zeit, in der das Land Kenia sich in einer tiefen Krise befand. 

Durch die MCF konnten über 7000 vertriebene Kinder im großen Lager in Eldoret kostenlosen Unterricht sowie eine warme Mahlzeit täglich erhalten und das für einen Zeitraum von 12 Monaten. Außerdem wurden sie von unseren Sozialarbeitern betreut. Insgesamt unterstützte die MCF 32.000 Vertriebene durch Nahrungsmittel, medizinische Versorgung, Beratungsgespräche und seelsorgerliche Betreuung. 

Bei der Feier unserer Nachbarschaftsprojekte soll um unsere Schule in Vipingo (Mombasa) für etwa 2500 Nachbarn die Möglichkeit freier ärztlicher Behandlung geboten werden. Zusätzlich zu unseren Medical Camps, die in diesem Jahr in regelmäßigen Abständen stattfanden, kamen auch mehrere Tausend kranke Dorfbewohner aus Ndalani, um kostenlos ärztlich versorgt zu werden. Liebe Freunde, das alles wurde erst durch euren ehrenamtlichen Einsatz möglich.
In den letzten Monaten war die Inflation in Kenia sehr hoch. Dadurch stiegen auch die Preise für Nahrungsmittel. Außerdem gab es lange Dürren, so dass viele Menschen Hunger leiden
mussten. Zurzeit gibt es neue Berichte über Todesfälle in einigen Landesteilen, und etwa 4 Millionen sollen auf Nothilfe angewiesen sein. Jeden Tag wird die Lage aussichtsloser. Am schlimmsten ist die Hungersnot in Nordkenia und Teilen des Rift Valley. Unser Projekt in Turkana befindet sich in einer der am schlimmsten betroffenen Regionen. Dort wollen wir den ärmsten Familien Nahrungsmittel in Form von Maismehl, Maiskörnern, Bohnen, Speisefett und Zucker zur Verfügung stellen. Mehr als 1000 Kindern wollen wir jeden Tag eine warme Mahlzeit zubereiten. Bereits eine Spende von 10 € kann den Bedarf einer Familie an Nahrungsmitteln decken. 

Aus den Slums von Kipsongo in der Provinz Kitale haben wir einige der bedürftigsten Kinder und Jugendlichen gerettet. Die Geschichte von Lilian, die wir von ihrem Sterbebett geholt haben, ist vielen von euch bekannt, da wir immer wieder von ihrer Entwicklung berichteten. Wenn man Lilian heute so sieht, mag man gar nicht glauben, wie sie damals aussah. Sie ist jetzt eine energische junge Dame geworden. Wir wollen einen Einsatz bei den Straßenkindern und den Bewohnern der Slums von Kipsongo machen, wo wir ihnen von Jesus erzählen und ihnen eine warme Mahlzeit austeilen wollen. Dafür möchten wir um eure Unterstützung bitten. Für die Feierlichkeiten an unserem Festtag, bei denen Lieder und Tänze dargeboten werden sollen, möchten wir den Kindern besondere Kleidung zur Verfügung stellen. Die traditionellen afrikanischen Gewänder werden von unseren Mädchen in Yatta angefertigt, während Schuhe, Hosen und Röcke auswärts gekauft werden. Vielen Dank für euren Beitrag, durch den die Kinder an diesem Tag strahlen werden.
Derzeit schreiben die Kinder ihre Prüfungen des zweiten Schultrimesters, nach denen es dann sofort mit dem dritten Trimester weitergeht. Darum hat unsere Schulleitung viel damit zu tun, sich auf das neue Schuljahr 2015 vorzubereiten. Wie immer müssen für ein neues Schuljahr Bücher, Schreibutensilien und andere Materialien gekauft werden.
Ohne eine Wanderung auf die Mully Mountains allerdings würde bei unseren Feierlichkeiten etwas fehlen ein Ort, an dem ich bisher noch nie gewesen bin! 

Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe kommt vom HERRN. Zum ersten Mal in 25 Jahren werde ich als Leiter einer Gruppe von Kindern und Angestellten auf die Mully Mountains klettern, wo wir einen Tag voller Gebete und Lobpreis verbringen wollen. Bitte denkt an uns in euren Gebeten und unterstützt uns, wenn wir uns mehr denn je aufmachen, uns um unsere Nachbarn zu kümmern. Dies ist unsere ganz eigene Art, unsere Dankbarkeit für den Dienst an den Bedürftigen, den wir in den vergangenen 25 Jahren leisten durften, zum Ausdruck zu bringen. Gemeinsam können wir etwas Großes bewirken und viele Leben verändern. 

Wir möchten uns ganz herzlich bei euch allen bedanken. Vielen Dank, dass ihr uns in den vergangenen 25 Jahren begleitet habt. Wir freuen uns schon darauf, was die Zukunft für uns bereit hält. 

Ich wünsche euch Gottes Segen und Liebe
Mit freundlichen Grüßen
Charles & Esther Mulli


Besuchen Sie auch unsere neue Homepage: www.mully-childrens-family.com

Kontakt: Walter Schäfer, Tübinger Straße 61, 72810 Gomaringen, Tel. 07072-922306
E-Mail:  schaefer.wally57@arcor.de

Bankverbindung: Ev. Kirchengemeinde Gomaringen, Volksbank Steinlach-Wiesaz-Hürten
BLZ: 640 618 54, Konto: 17 000, Vermerk: „Mulli“
(ohne Spendenbescheinigung) MCF: Volksbank Steinlach-Wiesaz-Hürten, BLZ: 640 618 54, Konto: 20 124 007

Falls Sie den Rundbrief nicht mehr zugesandt haben wollen bitte kurz melden. Danke! (Walter Schäfer)

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